Das bedingungslose Grundeinkommen [Rezension]

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Erscheinungsjahr: 2019
Quellenangaben: AGORA in geänderter Zeitlage 3/4 2019, Seite 40

Um die Folgen unserer profitgesteuerten Gesellschafts«ordnung» mit der anrollenden Digitalisierungswelle abzufedern, machen einige Bekenner der Anthroposophie einen Fehler. Sie verwechseln Rudolf Steiners Idee zur Dreigliederung des sozialen Organismus mit der eines sogenannt bedingungslosen Grundeinkommens. Kürzlich unterzeichneten zum Beispiel die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland, der Bund der Freien Waldorfschulen oder die GLS-Bank eine Kampagne zur dessen Einführung. Bei dunklen Wolken am Konjunkturhorizont trifft «Grundeinkommen» auf stetig breitere Zustimmung. In der Politik gibt es mittlerweile eingeschworene Befürworter (Beispiel Italien). Tatsächlich würde aber die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens alle Ideale für eine menschliche Gesellschaftsordnung im bestmöglichen Sinne in unerreichbare Ferne rücken. Kein Wunder, weil die Ursprünge der Bewegung nachweislich im räuberischknallharten Neoliberalismus liegen. Dieses Buch möchte seine Leser leicht verständlich mit Aspekten der Dreigliederungsidee anfreunden, um so den Wolf im Schafspelz besser zu verstehen. Empfehlenswert!

Gaston Pfister

Verlag Institut für soziale Dreigliederung, Berlin 2019, 143 Seiten, EUR 12.-, www.dreigliederung.de, ISBN 978-3-945523-12-4